Robo-Advisor im ultimativen Vergleich 2017

Hier finden Sie alles, was Sie über in Deutschland ansässige Robo-Advisor wissen müssen.

Sind Robo-Advisors die Anlageberater der Zukunft?

Das digitale Zeitalter macht es möglich: Die Selbstverwaltung des eigenen Geldes. Banken und andere Geldinstitute werden sich bezüglich Zinsen und Kosten anpassen müssen, wenn sie ihr Überleben sichern wollen.

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Wir sind in der Zukunft angekommen – bei den Robo-Advisors. In den USA gehören sie bereits zum täglichen Geschäft. Doch ist das Vermögen der Anleger bei den Robo-Advisors so sicher, wie bei den Banken?

Es lohnt sich, genau hinzuschauen, um die Risiken abschätzen zu lernen und sich für die richtige Strategie zu entscheiden.

​Was sind Robo-Advisors?

Der Begriff ist recht neu und setzt sich aus den beiden englischen Wörtern für Roboter (Robot) und Berater (Advisor) zusammen.

Ihr Ziel ist die Automatisierung bzw. Digitalisierung der Finanzberatung sowie die Motivation von Menschen, ihr Vermögen und damit ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.

Denn eines ist Fakt: Verbraucher fühlen sich oft verunsichert, wenn es um die Geldanlage geht. Welche und wie viele Aktien soll man kaufen? An welches Unternehmen kann man sich wenden? Gibt es Sicherheit?

Berater vor Ort lassen sich ihre Tätigkeit meist mit hohen Stundenhonoraren vergüten. Daher bieten Robo-Advisors eine echte und ernstzunehmende Alternative.

Robo-Advisor-Vergleich

Robo-Advisor-Vergleich

Kontoeröffnung via Internet

Ein sogenanntes Depot zu eröffnen, ist ganz einfach. Dazu braucht es nur zwei Schritte: Die Registrierung beim gewählten Anbieter mit anschließender Legitimation a) per Post-Ident oder b) per Video-Ident.

Verschiedene Portfolios

Vorgefertigte Strategien bieten die Lösung zur günstigen und effektiven Geldanlage, die per Robo-Advisors in Aktien, Anleihen und manchmal auch Rohstoffen bestehen. Ein Fragenkatalog hilft bei der Auswahl des Portfolios. Fakten über

  • Risikoneigung der Anleger (hohe Risikobereitschaft > hoher Aktienanteil/geringe Risikobereitschaft > geringerer Aktienanteil)
  • gewünschte Ziel-Renditen
  • zu verkraftende Verluste
  • mögliche monatliche Sparraten sowie
  • finanzielle Verhältnisse des Anlegers im Allgemeinen

bestimmen die Anlagestrategie.

Höhere Renditen

Robo-Advisors verschaffen meist höhere Renditen, als die klassische Anlage in Indexfonds. Dies zeigte ein Vergleich über ein Jahr mit den ältesten sechs Anbietern.

Fünf von Ihnen erzielten weit bessere Ergebnisse. Ein weiterer Vergleich von neun Robo-Advisors lieferte gar bis zu 9,5 % Weiterentwicklung.

Übersichtliche Kosten

Die Kosten für Robo-Advisors setzen sich aus der Gesamtkostenquote, in Fachkreisen Total Expense Ratio genannt, sowie der Verwaltungsgebühr für das Management zusammen. Die meisten Angebote beinhalten alle Kosten, inkl. Depotführung.

Die Wertpapiere selbst werden in einem Depot einer Partnerbank aufbewahrt, und zwar unter dem Namen des Anlegers. Im Vergleich zur klassischen Vermögensverwaltung punkten Robo-Advisors mit niedrigen Mindestanlagebeträgen (oft ab 1.000 Euro).

Monatliche Sparbeträge (ab ca. 50 Euro) erhöhen den Anlagebetrag Schritt für Schritt als sogenannter Sparplan.

Übersichtlicher Markt

Noch ist die Zahl der Anbieter übersichtlich, doch der Markt wächst. Tests ergaben, dass alle aktuellen Anbieter ein gutes bis sehr gutes Angebot offerieren.

Schnelles Geld?

Mindestlaufzeiten gibt es nicht für die Geldanlage. Zu jeder Zeit können beliebige Beträge entnommen werden. Dazu werden Wertpapiere verkauft; das Geld ist in etwa zwei bis drei Tagen verfügbar. Aber...

Potenzielle Kunden sollten darüber informiert sein, dass ein selbsterstelltes Portfolio günstiger ist, denn Tages- und Festgeld kosten fast nichts. Für einen ETF entfällt lediglich ein geringer Prozentsatz jährlich (Beispiel: MSCI World 0,2 % p. a.) an Verwaltungskosten.

Wertpapierdepots zur Fond-Verwaltung sind kostenlos. Alle Kosten zusammen ergeben bei den Robo-Advisors zusammen ca. 1 % p. a.

Robo-Advisors werben mit Geldanlage in Rentenfonds, welche in sichere Anleihen investieren. Diese sind jedoch in den letzten Jahren immens gefallen und wenig reizvoll. Dies zeigt die Renditeanalyse der Rentenfonds.

Sichere Papiere könnten bei steigenden Zinsen sogar zu Verlusten führen. Ein Renditeplus hingegen bringen garantiert gut verzinste Festgeld- und Tageskonten. Übrigens…

Bei ihrer Tätigkeit unterstehen Robo-Advisors der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Auch in Österreich und der Schweiz haben die obersten Finanzaufsichten stets ein wachsames Auge auf die Dienstleister.

Der Direktzugriff auf alle Optionen und Funktionen der Robo-Advisors ist mit wesentlich niedrigeren Kosten verbunden, als beim klassischen Weg über Banken oder Finanzberater vor Ort.

Vergleichbare Angebote kommen mittlerweile auch aus ihrer Ecke, da sie vermutlich ihre Felle davonschwimmen sehen. Allerdings gibt es einiges zu beachten, vor allem hinsichtlich der Haftung.

Was sind die Vorteile von Robo-Advisors?

Geldanlage – gut und schön. Doch welche Vorteile bietet die Selbstverwaltung des Geldes via Internet? Denn schließlich muss es sich auch lohnen, die finanziellen Angelegenheiten eigenständig zu regeln.

Und das tut es tatsächlich – sich lohnen, sofern man sich mit dem Thema beschäftigt und die Risiken abschätzen kann.

Die Grundlage sind sogenannte ETFs (englisch: Exchange Traded Funds), welche börsengehandelte Indexfonds darstellen, wie z. B. die Wertentwicklung des deutsche DAX-Indexes.

ETFs fassen die Vorteile von Aktien und Fonds zu einem Produkt zusammen und ermöglichen die kostengünstige Investition in ganze Märkte. Mit ETFs können Anleger auch in zahlreiche andere Anlageklassen investieren.

Sie sind so vielfältig und zahlreich, dass sie die perfekten Bausteine für die private Geldanlage via Robo-Advisors darstellen. Außerdem bilden sie einen Marktindex 1:1 nach und können jederzeit an der Börse gehandelt werden, wie eine Aktie und ohne Einschränkung.

Die Vorteile der Robo-Advisors:

1. Keine Zeit, keine Lust, zu anstrengend

Das Thema Geldanlage wirkt abschreckend auf viele Menschen. Sie beschäftigen sich erst gar nicht damit oder überlassen es Beratern, dieses komplexe Thema zu horrenden Vergütungen anzugehen.

Diese lassen sich ihre Zeit auch teuer bezahlen und bereichern sich am sauer verdienten Geld der Anleger. Geld anlegen ist weder schwierig noch anstrengend. Schnell bekommt man Lust darauf, die Angelegenheit selbst in die Hand zu nehmen und sich als Broker zu versuchen.

Sparbuch und Tagesgeldkonto sind lediglich Lagerstätten für das Ersparte, doch Zinsen bringen sie kaum. Es bedarf nur einiger Klicks für die professionelle Geldanlage.

Fachwissen aus der Finanzwelt braucht man dazu nicht. Lediglich einige Testfragen zu Sparzielen, monatlichen Sparraten und Anlagezeitraum – das ist alles, was man aufbringen muss an Zeit.

Einige Klicks weiter ist das Konto bereits eröffnet. Doch Achtung: Nicht unbedarft an die Sache herangehen.

2. Kleine Beträge

Die professionelle Beratung beim Anlageberater vor Ort ist meist nur bei hohen Beträgen lohnenswert, die der normale Verbraucher aber kaum aufzubringen vermag.

Die digitale Vermögensverwaltung via Robo-Advisor gibt sich auch mit kleineren Summen zufrieden (meist ab 1.000 Euro) und legt sie gewinnbringend an. Einige Anleger verlangen nicht einmal einen Mindestbetrag.

Wer keine Summe zur Verfügung hat, erstellt einen Sparplan mit monatlichen Einzahlungsbeträgen.

3. Geringe Kosten

Je niedriger die Kosten einer Geldanlage, umso höher der Gewinn der Anleger! Dies ist der größte Vorteil der Robo-Advisors.

Ein Preis-/Leistungsvergleich der Anbieter lohnt sich. Durchschnittlich liegen die Gebühren etwa zwischen 0,3 und 1,4 % des angelegten Vermögens jährlich. Banken und Sparkassen können hier nicht mithalten.

4. Unabhängigkeit

Robo-Advisors sind unabhängig von Unternehmen und geraten in keinen Interessenkonflikt bezüglich der Empfehlungen.

Vor allem haben sie keine Emotionen, die beim Abfallen von Kursen zu übereilten Entscheidungen verleiten. Zudem sind sie 24 Stunden erreichbar, denn Öffnungszeiten gibt es hier nicht.

5. Transparenz

Die wichtigen Informationen erhält der Anleger auf der Website des Anbieters. Explizit werden Anlagestrategie, Anlageklassen, Zusammenstellung der Fonds, entstehende Kosten und die Partnerbank, bei der das Geld verwahrt wird, offengelegt.

6. Vermeidung von Anlegerfehlern

Zu spät oder zu früh verkaufen, zu lange festhalten oder zu schnell agieren – dies sind Anlegerfehler, die früher oder später jedem unterlaufen könnten.

Die Liste der möglichen Fehler ist lang, weil Menschen emotional handeln. Robo-Advisors haben keine Gefühle, sie setzen alle Anlageregeln wie gewünscht um.

7. Minimierte Anlagerisiken

Die Investitionen fließen in Fonds, die aus mehreren tausend Unternehmen weltweit zusammensetzen. Somit ist die Streuung breit und das Risiko minimal. Kurzfristig besteht jedoch immer das Risiko von Kursverlusten.

Eine längere Geldanlage verhindert jedoch das Verlustrisiko (nicht die Nerven verlieren).

Welche in Deutschland ansässigen Robo-Advisors sollten Anleger kennen?

Es gibt einige Robo-Advisors, die es genauer zu betrachten lohnt:

growney

Die growney GmbH mit Sitz in Berlin ist das Kind von Gerald Klein, einem ehemaligen Finanzmanager der Landesbank Berlin, der growney im April 2014 aus der Taufe hob. Growney ist ein Finanzanlagenvermittler nach § 34f und unterliegt nicht der Beratungshaftung. Das Unternehmen bietet 5 Anlagestrategien in passiv verwalteten ETFs. Eine Mindesteinlage besteht nicht. Das Depot der Kunden wird von der Sutor Bank verwaltet und ist als Sondervermögen gegen den Zugriff Dritter geschützt.

​Der Leitgedanke von growney: Mit Hilfe neuer Technologien und einem brillanten Konzept aus der Wirtschaftsforschung werden neue Möglichkeiten für Geldanlagen geboten, die einfacher, günstiger und rentabler sind als alles, was man bei der Hausbank erhält. Diese Geldanlagen sollen für jedermann zugänglich sein.

Geringe Kosten und der Verzicht auf hochspekulative Anlagestrategien kennzeichnen die Vorgehensweise des Robo-Advisors. Hier zählt die Logik der Wissenschaft. Dies liefert im Ergebnis ein günstigeres Risiko-Rendite-Verhältnis und verschafft den Anlegern Ruhe und Gelassenheit. Das kann der Anleger von growney erwarten:

  • Einfachheit
  • Transparenz
  • Integrität
  • Expertenwissen

Ginmon

Im Jahr 2014 gründeten Lars Reiner, Ulrich Bauer und Raphael Vosen ginmon, eine auf wissenschaftlich erarbeiteten Anlagestrategien basierenden Finanzanlagenvermittlung nach § 34f. Sitz ist Frankfurt am Main. Ginmon bietet Anlagekonzepte in ETFs ab einer Mindesteinlage von 1000 Euro an. In der Auswahl der Anlageziele finden sich rund 10.000 Unternehmen aus 17 Ländern. Rohstoffe oder Währungen gehören nicht zum Portfolio. Das Anlagedepot wird bei der DAB-Bank geführt, Ein- und Auszahlungen erfolgen ausschließlich über das jeweilige Referenzkonto des Kunden.

​Mit Algorithmen sorgt Ginmon für eine laufende antizyklische Portfoliooptimierung und der Beibehaltung des Risikoprofils.

Dabei behilflich sind Anlagebausteine wie physische Replikation, maximale Streuung, minimale Wertpapierleihe, hohe Kosteneffizienz, Steuereinfachheit und niedrige Spreads. Auf diese Weise stellt der Robo-Advisor Optimierungspotenziale vor.

Das mehrfach ausgezeichnete Unternehmen (Frankfurter Gründerpreis und BankingCheck Award) hat es sich zur Aufgabe gemacht, allen Privatanlegern die Möglichkeit zu verschaffen, ihre Ersparnisse so zu investieren, wie es vorher nur der wohlhabenden und institutionellen Schicht vorbehalten war.

fintego

Fintego gehört zur European Bank for Financial Services GmbH (ebase®), die wiederum eine hundertprozentige Tochter der Comdirekt Bank AG ist, hinter der die Commerzbank steht. Als Vermögensverwalter unterliegt Fintego der Beratungshaftung. Das Unternehmen bietet passiv verwaltete ETF-Fonds-Portfolios, die sich in 5 verschiedene Anlagestrategien unterteilen. Das Depot kann vollständig online eröffnet werden. Für den Einstieg besteht die Möglichkeit, per Sparplan 50 Euro pro Monat einzuzahlen oder direkt mindestens 2.500 Euro anzulegen.

Die Depotverwaltung erfolgt bei der ebase, einer B2B Direktbank mit über 1 Million Kunden und 30 Milliarden Euro verwaltetem Kundenvermögen.

​fintego gehört zur European Bank für Financial Services GmbH (ebase). Als eine der führenden B2B Direktbanken hat diese sich zum Ziel gesetzt, seinen Kunden innovative und spezifisch zugeschnittene Depot- und Kontolösungen zu präsentieren.

Der Leiter des dreiköpfigen Fachteams hat ein Studium an der LMU in München mit Schwerpunkt Kapitalmarkt sowie eine Bankbetriebslehre absolviert hat. Mit einem Sparplan von 50 Euro monatlich oder einer Einmalanlage von 2.500 Euro können Anleger einsteigen.

fintego will mit Nachvollziehbarkeit, Transparenz, Konsequenz und Beständigkeit punkten und liefert Anlagestrategien von Defensiv bis Risikobereit. Alle Transaktionen werden über die ebase abgewickelt.

whitebox Online Vermögensverwaltung

Im Januar 2016 ging whitebox nach über dreijähriger Vorarbeit durch die Gründerinnen Salome Preiswerk und Dr. Birte Rothkopf an den Start. Geschäftsführer ist der renommierte Schweizer Bankmanager Andreas Sarasin. Whitebox bietet Anlagen in ETFs ab 5000 Euro Mindesteinlage und ist ein Vermögensberater, der der Beraterhaftung unterliegt. Das Unternehmen mit Sitz in Weil am Rhein, direkt an der Schweizer Grenze, bietet Vorsorgepläne für das Rentenalter oder Vermögensanlagen mit sehr hoher Transparenz. Daher der Name whitebox als Gegenpart zu blackbox und dahinter stehenden Verschleierungstaktiken in der Finanzanlage. Die im Depot befindlichen Gelder werden von der biw Bank verwaltet und unterliegen der gesetzlichen Einlagensicherung.

​Aktiv, wo nötig:

  • Ohne Aktivität kein Risikomanagement.
  • Value-Ansatz zur Vermeidung von bleibendem Kapitalverlust.
  • Fundamental- und Marktanalysen basierend auf Daten anstatt auf Emotionen und Meinungen.
  • Optimierung des Risiko-Renditeprofils unter Berücksichtigung von „schwarzen Schwänen“.
  • Abweichungsbasiertes Rebalancing
  • 24/7-Überwachung der Anlage

Passiv, wo möglich:

  • Der Anlageerfolg hängt auch davon ab, was man beim Anlegen nicht ausgibt. Passivität vermeidet Kosten.
  • Lanfristige und value-orientierte Sicht führt zu behutsamen Portfolioumschichtungen.
  • Vermeidung von Markttiming (bestmöglicher Handelszeitpunkt von Aktien und Wertpapieren) und Stockpicking (Investitionen in einzelne, börsennotierte Unternehmen).
  • Nutzung von passiv gemanagten Produkten.

easyfolio

Easyfolio ist eine Tochter der Privatbankiers Hauck & Aufhäuser KGaA mit Sitz in Frankfurt am Main. Easyfolio wird als Finanzanlagenvermittler nach § 34f geführt. Die Besonderheit bei easyfolio sind die drei Anlagestrategien und das die darin enthaltenen Fondanteile auch ohne Depoteröffnung sowohl direkt bei Easyfolio sowie einer ganzen Anzahl von Direktbanken erworben werden können. Sparpläne beginnen bereits bei 10 Euro. Das Anlagevermögen ist durch einen Einlagensicherungsfond geschützt.

​„#einfachanlegen“ wirbt die Website des Robo-Advisors. Das Ziel: Die Geldanlage für jedermann. Grundlage sind drei Anlagestrategien: easyfolio 30, 50 und 70. Die Investitionsstrategien haben unterschiedliche Gewichtungen, je nach Risikobereitschaft der Anleger. easyfolio versichert seinen Anlegern

  • Einfachheit
  • günstige Preise
  • Transparenz
  • Sicherheit
  • Flexibilität.

Auf diese Weise soll der Vermögensaufbau der Anleger optimal unterstützt werden. Fünf Grundsätze des digitalen Geldanlegers unterstützen die Vorgehensweise:

  •     Mit Wertpapieren an der Wirtschaft partizipieren
  •     Breite Streuung (Diversifikation)
  •     Durch die Wahl des individuellen Risikolevels ruhig schlafen
  •     Kosten minimieren
  •     Lange durchhalten

Welche Nachteile bringt die Verwendung eines Robo-Advisors mit sich?

Wie alles im Leben bringen auch Robo-Advisors Nachteile mit sich. Die Experten benennen Sie wie folgt:

1. Rendite – Robo-Advisors vs. Marke Eigenbau

Die Rendite ist in der Regel niedriger als bei einem selbstgebauten Portfolio aus Fest- und Tagesgeld sowie ETF.

2. Geringe Erfahrungswerte

Bisher gibt es noch keine Erfahrung über das Verhalten von Robo-Advisors bei Börsenkrisen, da sich erst seit 2014 Robo-Advisors am Markt behaupten.

3. Geringe Auswahl

Die Auswahl der Investments ist stark begrenzt.

4. Fehlende Individualität

Individuelles Geldanlegen ist per Robo-Advisors nicht möglich. Der Rahmen der Möglichkeiten ist recht eng gesteckt. Hier wäre man mit der eigenständigen Umsetzung einer Anlagestrategie aus Fest- und Tagesgeld sowie ETFs sicher besser beraten.

5. Vorsicht bei der Haftung

Vielfach sind Robo-Advisors lediglich Berater, das entlässt sie aus der Haftung. Ihre beratende Tätigkeit wird im Kleingedruckten als „Anregungen“ definiert. Daher gibt es keine Haftung für Beratungsergebnisse („Anregungen“). Hier ist nicht die Rechtsstellung des Vermögensverwalters gegeben.

6. Starre Regeln bei der Umschichtung

Das Regelwerk für das sogenannte Rebalancing ist starr und richtet sich nicht nach den Wünschen der Anleger. Der Computer arbeitet lediglich mit Algorithmen. Flexibilität ist hier nicht vorgesehen.

7. Keine Erfahrungswerte

Robo-Advisors sind wenig erprobt. Daher können noch keinerlei Aussagen zu langfristigen Wertentwicklungen getroffen werden.

8. Fehlerhafte Algorithmen

Fehlfunktionen in den Algorithmen können sich nachteilig auf die Investition auswirken. Computer werden von Menschen programmiert.

9. Kinderschuhe

Das System des Robo-Advisors steckt noch in den Kinderschuhen. Fehlverkäufe und falsche Beratungen sind noch an der Tagesordnung.

10. Starres System

Keine situationsspezifische sowie auf Kundenverhalten und -stimmung angepasste Beratung möglich.

Viele Experten halten das System von Robo-Advisors für noch nicht ausgereift. Somit stellt eine Fehlberatung ein reales und großes finanzielles Risiko dar. Robo-Advisors sind noch junge Unternehmen. Das erste stelle sich 2014 auf dem deutschen Markt vor. Langjährige Daten können daher noch nicht geliefert werden.

Wie sind die Kundengelder bei einem Robo-Advisor abgesichert?

Insolvenzen sind im Unternehmerbereich keine Seltenheit und auch bei Robo-Advisors ist diese Gefahr gegeben. Stellt sich die Frage: Was geschieht mit den angelegten Kundengeldern?

Größtenteils handelt es sich hierbei um Start-up-Unternehmen im Finanzdienstleistungsbereich, die sich auf dem Markt entsprechend etablieren müssen und bei denen der Profit noch auf sich warten lässt.

Die neue Möglichkeit, mit dem Geld anderer Leute selbst Geld zu verdienen, wirkt anziehend auf Neugründer und dementsprechend tummelt sich eine größere Anzahl auf dem Markt. Da ist zu vermuten, dass nicht jeder Anbieter Bestand haben wird. Doch Anleger müssen sich nicht sorgen, denn das Geld ist in einzelne Fonds investiert.

Sie werden als Sondervermögen bezeichnet. Damit sind die sogenannten Anlagegesellschaften verpflichtet, die Gelder von Kunden getrennt vom Unternehmensvermögen zu verwahren (zu vergleichen mit Kautionszahlungen bei Mietobjekten, die ebenfalls gesondert aufbewahrt werden müssen).

Das Anlagekapital muss bei unabhängigen Depotbanken hinterlegt werden. Auf diese Weise wird verhindert, dass das Anlegervermögen bei einer Insolvenz mit in die Konkursmasse fließt und Gläubigeransprüche getilgt werden. Geht die Partnerbank, bei der die Geldanlage deponiert wird, pleite, besteht trotzdem keine Gefahr.

Die Wertpapiere werden einfach auf eine andere Bank übertragen – kostenfrei und ohne Risiko. Zu verwechseln ist dieser Schutz jedoch nicht mit dem Schutz vor Kursverlusten. Die Kurse der Wertpapiere in den Fonds sind Schwankungen unterworfen, deren Risiko allein die Anleger tragen.

Für dieses Risiko erhält er jedoch eine Rendite.

Grundsätzlich sollten sich Anleger nicht blauäugig in die Hände von Robo-Advisors begeben und hoffen, auf diese Weise schnelles Geld machen zu können.

Die Anlageempfehlungen werden nicht von Bankmitarbeitern getroffen, sondern von Computern, die mit Algorithmen arbeiten. Menschlich darf man hier keine Rücksicht erwarten, denn Computer haben keine Gefühle und können auch die individuelle Situation nicht einschätzen. Sie können nur rechnen.

Der Anleger kann sicher sein, dass die Basiswerte objektiv ausgewählt werden.

Das Anlageprotokoll

Wer mit Anlageplänen zum Mitarbeiter einer Bank geht und ein langes Gespräch führt, ist gut beraten. Dieser macht sich unter Berücksichtigung gesetzlicher Vorgaben ein Gesamtbild des Anlagewilligen und seiner Ziele.

Nach der Erfahrung des Anlegers richtet sich die Beratung. Selbst dann, wenn der Berater vorschlägt, einen Investmentfond als sogenannten Drittanbieter hinzuzuziehen, ist er immer noch Berater, nicht nur Vermittler. Am Ende des Beratungsgespräches erhält der Anleger ein Protokoll, das alles dokumentiert, was besprochen wurde:

  • Welche Erfahrungen bringt der Anleger hinsichtlich der gewünschten Risikoklasse mit?
  • Was sind die Anlageziele (konservativ oder chancenorientiert)?
  • Wie ist der zeitliche Rahmen für das Investment?
  • Wie ist die Anlageempfehlung des Beraters?
  • Wie wird die Empfehlung begründet?

Vorsicht heißt es hinsichtlich der rechtlichen Rahmenbedingungen der einzelnen Finanzdienstleister.

Die Anbieter der Komplettlösungen sind oftmals als Vermögensverwalter oder Finanzanlagenvermittler zugelassen, die darauf hinweisen, dass sie im rechtlichen Sinne keine Beratung anbieten, sondern lediglich als Vermittler zwischen der angeschlossenen Depotbank und dem Kunden agieren.

Ein Beratungsprotokoll darf man also nicht erwarten. Doch es kann auch bedeuten, dass Robo-Advisors keine Haftung für ausgesprochene Empfehlungen übernehmen. Ein falsch beratener Kunde muss also beweisen, dass durch den Anbieter eine Beratung erfolgt ist und diese ganz einfach falsch war.

Dabei ist entscheidend, ob der Anbieter den Eindruck vermittelt hat, dass er bei seiner Empfehlung die persönlichen Umstände des Geldanlegers berücksichtigt hat. Das kann nur im Einzelfall geklärt werden, wie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) erklärt.

Ein Unterschied für die Haftung

Tritt der Robo-Advisor als Vermittler oder Berater auf? Dies ist ein wesentliches Merkmal bezüglich der Haftung. Wer sein Vertrauen dem digitalen Finanzberater schenkt, muss sein Geld auch irgendwo deponieren.

Die zur Wahl stehenden fünf Investmentmöglichkeiten basieren auf unterschiedlichen Portfolio-Kombinationen, deren Palette von konservativ bis sehr chancenorientiert unterteilt sind.

Die Wahl der Anlagestrategie obliegt dem Anleger. Bis hier hin gibt es keine Unterschiede in der Risikoanalyse zwischen Robo-Advisor und Bankberater (außer, dass der Bankberater redet, der Robo-Advisor nicht).

Der große Unterschied ist allerdings prägnant hinsichtlich der Beraterhaftung, denn nicht alle Portale für Onlinevermögensverwaltung sind auch Vermögensverwalter. Das entbindet sie von der Beraterhaftung.

Daher ist bei der Wahl darauf zu achten, dass die Anbieter der digitalen Vermögensanlage auch die Rechtsstellung des Vermögensverwalters und nicht nur des Finanzanlagenvermittlers nach § 34f Gewerbeordnung (GewO) innehaben.

Oft wird suggeriert, dass die als Vermittler agierenden Robo-Advisor-Portale auch Berater sind.

Wer sich jedoch das Kleingedruckte genauer betrachtet wird feststellen, dass es sich bei den Vorschlägen aufgrund des zuvor beantworteten Fragebogens lediglich um „Anregungen“ handelt. Noch einmal: In diesem Falle handelt es sich nicht um eine Beratung.

Die gewählte Anlagestrategie wird über eine Bank, zumeist ein Fintech-Unternehmen, umgesetzt. Diese nimmt auch die Verwaltung der Gelder vor.

Man nennt dies auch „execution only“ (ausschließlich Ausführung bzw. Durchführung). Das bedeutet: Verliert das Investment an Wert (aus welchem Grund auch immer) und der Kunde hat sich zuvor für die Risikovariante entschieden, obwohl er eigentlich ein eher konservativer Anleger ist, gilt die Beraterhaftung nicht.

Robo-Advisors auf Grundlage des § 34f GewO agieren nach eigenen Aussagen lieber mit selbst entscheidenden Kunden und entziehen sich somit der Haftung.

Was ist der Unterschied zwischen aktiven und passiven Anlagestrategien der Robo-Advisors?

Robo-Advisors bieten Komplettlösungen an. Sie eruieren die Risikobereitschaft und schlagen Anlagemöglichkeiten vor. Doch unterscheidet man zwischen aktiven und passiven Anlagestrategien. Wer Geld anlegen möchte, sollte die Unterschiede kennen:

Passive Anlagestrategie

Hier ist die Verteilung auf die einzelnen Fonds bereits vorgegeben. Hier wird ein regelmäßiges Rebalancing vorgenommen, d. h. die Ausgangsverteilung wird immer wieder hergestellt. Auf diese Weise wird das Risiko minimiert.

Aktive Anlagestrategie

Die aktive Anlagestrategie folgt einem finanzmathematischen Modell. Dieses schichtet je nach Marktlage zwischen den einzelnen Anlageklassen um, was das Risiko wesentlich erhöht. Hier gibt es kein Rebalancing.

Fazit zu aktiven und passiven Anlagestrategien

Nur bei der passiven Anlagestrategie ist die Nachvollziehbarkeit der Geldanlage gegeben. Die bisherige Erfahrung hat gezeigt, dass aktiv gemanagte Aktienfonds sich kaum durchsetzen können. Das Verlustrisiko ist zu hoch.

Robo-Advisors sind ein neues Unternehmensmodell. Langjährige Daten liegen also nicht vor, die hinreichend Erfahrungswerte liefern könnten. Passive Anlagestrategien liefern das kleinste Risiko, da die Aufteilung auf die einzelnen Fonds festgelegt ist und auch regelmäßig zurückgesetzt wird.

Dabei handelt es sich um Indexfonds, sodass die Entwicklung des Anlegervermögens gut nachvollziehbar ist. Fast alle Robo-Advisors werben auf ihren Websites mit einer ausführlichen Definition ihrer Strategien.

 Doch das junge Unternehmertum verhindert eindeutige Vorhersagen zur Vermögensentwicklung – es gibt noch zu wenige aussagekräftige Statistiken.