ETF Sparplan 101 – Auf diese Dinge kommt es jetzt an

Die vernünftige Verzinsung von Sparguthaben ist in den letzten Jahrzehnten zum Dauerthema geworden. Das klassische Sparbuch wird von seinen Besitzern eigentlich nur noch aus alter Gewohnheit geführt, in der Realität verliert das darauf geparkte Geld jährlich erheblich an Wert. 

Viele Anleger waren und sind auf der Suche nach einer vernünftigen Alternative, die ein entsprechendes Maß an Sicherheit, aber auch eine Verzinsung bietet, die das Geld tatsächlich vermehrt.

ETFs sind eine solche Form der Anlage, die hohe Sicherheit bieten und gleichzeitig eine kontinuierliche Wertentwicklung aufzeigen.

ETF Sparplan

ETF Sparplan

​Was sind ETFs denn eigentlich?

Exchange-Tradet Fund, so die englische Bezeichnung hinter der Abkürzung ETF, sind Investmentfonds, die an einer oder mehrerer Börsen gehandelt werden.​

​Der Handel von ETFs an der Börse ​ist insbesondere für das langfristige Sparen sehr beliebt. Somit sind ETF Sparpläne eine von Anlegern gerne genutzte Möglichkeit, an den Kurssteigerungen der Märkte zu partizipieren.  

​Es wird zwischen passiven ETF-Indexfonds und aktiven ETFs unterschieden. Für den normalen Sparer, der sein hart erarbeitetes Geld sicher anlegen möchte, stellt der passive ETF-Indexfonds die bessere, weil preiswertere Alternative zum aktiven ETF dar.

Ein passiver ETF-Indexfonds benötigt keine ausgedehnte eigene Aktivität - weder durch den Emittenten, noch durch den Anleger, weil er schlicht nur die Wertentwicklung eines Börsenindex nachbildet.

Ein Index wiederum ist eine Art Kennzahl, in der sich die Entwicklung bestimmter Kurse oder Preise widerspiegelt. Der DAX oder der Dow Jones sind beispielsweise sehr bekannte Aktienindizes. Mit einem ETF können Anleger jedoch auch Anteile an Renten, Immobilien oder Rohstoffen erwerben. ​

Je nachdem bildet also ein ETF-Indexfonds etwa die Wertentwicklung des Dow Jones nach, des ältesten Aktienindex der Welt. Steigen die Kurse der Unternehmen, die im Dow Jones zusammengefasst sind, steigt auch der Wert der jeweiligen ETF-Fondsanteile.

Warum nun nicht direkt in den Dow-Jones-Index investieren? 

Weil zum einen damit höhere Verwaltungskosten verbunden sind wie auch Risiken. Der Kauf von Einzelwerten hängt oftmals vom individuellen Bauchgefühl ab. Entwickeln sich die Einzelwertes eines Depots schlechter als der jeweilige Index, dann war die Auswahl eher schlecht. ETFs schließen diese Einzelwertrisiken zu großen Teilen aus.

​ETF Sparplan - Die Vorteile

  • ​Sehr kleine Minimalsparrate
  • ​Gute Geschäftsbedingungen mit flexiblen Start, Pause und Stopp-Funktionen
  • ​Gute Gebührenstruktur (niedrige Gebühren sind der Performance dienlich)
  • Extrem viele Anbieter und Marktsegmente für maximale Streuung und Diversifikation

ETFs – so sicher wie die Bank von England?

Wer sich nach einem Vergleich für einen ETF-Sparplan entscheidet oder Gelder in ETFs anlegt, profitiert unter anderem davon, dass die auflegende Investmentgesellschaft diese Gelder beziehungsweise die ETF-Anteile als Sondervermögen behandeln muss.

Sie sind nicht Bestandteil des Vermögens der Investmentgesellschaft, sondern werden getrennt davon aufbewahrt. Tatsächlich auch physisch. In der Regel verwaltet eine kooperierende Bank die Anteile und die einfließenden Guthaben als Sondervermögen.

Auf diese Weise bleibt dieses Sondervermögen erhalten, auch wenn etwa die Investmentgesellschaft in Schwierigkeiten gerät. ​Entscheidend ist und bleibt dennoch die individuelle Gesetzeslage für die jeweils gehandelten ETFs. Darum ist es wichtig, das jeweilige Verkaufsprospekt zu lesen und vor dem Kaufen von ETFs sich im Klaren darüber zu sein, welche Risiken eingegangen werden.

Sind ETFs mit Aktien vergleichbar?

Exchange Traded Funds sind an der Börse gehandelte Wertpapiere, aber keine Aktien im herkömmlichen Sinne. Vielmehr zeichnen sich die meisten ETFs dadurch aus, dass sie die Wertentwicklung vieler Unternehmen nachbilden. 

So etwa ETFs, die auf der Nachbildung des MSCI World basieren, einem Weltmarktaktienfonds, in dem mehr als 1600 Firmen gelistet sind, darunter auch Schwergewichte wie die Firmen Apple oder SAP. 

Dieser Aktienfonds konnte vom Jahr 2000 bis in das Jahr 2017 eine gute jährliche Performance aufweisen, trotz gleich zweier globaler Wirtschaftskrisen in diesem Zeitraum. Einmal die Dotcom-Blase und zuletzt die Immobilienkrise ab dem Jahr 2007.

MSCI World | Kursverlauf seit 1995

MSCI World | Kursverlauf seit 1995

Sparen mit dem ETF Sparplan

Ein Sparplan sieht in der Regel so aus, das monatlich ein bestimmter Betrag auf die Seite gelegt wird, der dann in der näheren oder weiteren Zukunft einem bestimmten Zweck dient.

Damit das Geld nicht nur durch ansparen wächst, wird eine Anlage gesucht, die eine jährliche Verzinsung bietet, die über der Inflationsrate liegt, um den Kaufkraftverlust auszugleichen. Das Sparbuch bietet das nicht und ebenso sind weder Festgeld noch Tagesgeld aktuell die großen Renner bezüglich der Zinsangebote.

Passive ETFs ​zeigen ​eine ​Wertentwicklung, die ganz gern auch mal Profis in der Vermögensverwaltung hinter sich lassen. In einer kürzlich durchgeführten Studie schnitten passive ETFs gegenüber aktiv verwalteten Fonds besser ab, vor allem wegen der praktisch kaum vorhandenen Verwaltungskosten bei den passiven ETFs.

ETF-Sparpläne lassen sich ​ganz bequem bei fast jedem in Deutschland ansässigen Online-Broker beginnen. Wenn Dein Broker für den Kauf und Verkauf keine Gebühren erhebt, dann ist das ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Denn wenn Du Monat für Monat bei jedem Kauf weiterer ETF-Anteile jedes Mal eine Mindestgebühr bezahlst, reduziert sich Deine potentielle Performance entsprechend. ​Die ​Verwaltungskosten des ETF Fonds belaufen sich auf etwa 0,3 % der Sparsumme. ​Um die Verwaltungskosten wirst Du i.d.R. nicht umhin kommen.

Welcher ETF passt zu mir?

Nun geht es noch um die Wahl des passenden ETFs, in dem das Geld angelegt werden soll. Dazu stehen tausende ETFs zur Verfügung. Es gibt eine ganze Reihe von Kriterien die bei der Wahl zugrunde gelegt werden können und es gibt fast nichts, was es nicht gibt.

Zunächst einmal kann etwa ein ETF ausgesucht werden, der ohne SWAP und Wertpapierleihe auskommt. Beides sind finanztechnische Instrumente, die das Anlagerisiko etwas erhöhen, aber auch die Rendite erhöhen können.

Oder ein ETF, der nur Indizes berücksichtigt, in denen ausschließlich nachhaltig geführte Unternehmen gelistet sind.

Der einfachste Weg ist natürlich, die Wertentwicklung der letzten Jahre zu beobachten und danach eine Entscheidung für den passenden ETF zu fällen. ​Jedoch unterscheiden sich passive ETFs in der Kursentwicklung eben nicht maßgeblich, da diese einen Index abbilden. Es ist also in diesem Fall Augenwischerei, entsprechende Kursverläufe zu analysieren.

​Ein aktiv gemanagter ETF hingegen verspricht teilweise eine bessere Performance, geht aber mit entsprechend höheren Risiken einher. 

Wie bei einem langfristigen Aktieninvestment gilt auch bei ETF-Sparplänen, das die Kurse mal steigen und mal fallen. Gefallene Kurse sind aber kein Grund zur Panik, im Gegenteil. In dieser Zeit können weitere Anteile günstig zugekauft werden.

Im Schnitt steigen die Kurse, das hat die Vergangenheit bewiesen. ETF-Sparer sollten eigentlich nur eines tun, Ruhe bewahren. Den Rest erledigt der Computer. Übrigens können Computer auch dabei helfen, den richtigen ETF zur richtigen Zeit zu wählen.

Den perfekten Online Broker zur Abwicklung Deiner ETF-Käufe und ETF-Verkäufe findest Du hier im Broker Vergleich.

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